Bauanleitung Workshop

Hochsitz mit Netz · Effinger · Freitag, 4. September 2026
Version 3.0 · 02.09.2026 · EntwurfGrundlage: Statik-Dossier v3.0 (massgebend)

Entwurf — noch nicht zur Prüfung freigegeben.

Das Ziel: geknüpftes Kletternetz auf dem Rahmen zwischen den beiden Hochsitzen, Seil-Geländer zur Decke, Zugang über Kletterwand und Leiter — Rahmen 352 × 235 cm, Netzebene 212 cm über Podest (Ansicht aus dem 3D-Modell)
Das Ziel: geknüpftes Kletternetz auf dem Rahmen zwischen den beiden Hochsitzen, Seil-Geländer zur Decke, Zugang über Kletterwand und Leiter — Rahmen 352 × 235 cm, Netzebene 212 cm über Podest (Ansicht aus dem 3D-Modell)

Grundlage: Statik-Dossier v3.0 (massgebend, inkl. Bedingungen B1–B7) und das 3D-Modell mit den Konstruktionsansichten «Schrauben» und «Augplatten». Diese Anleitung ist für die Baustelle gedacht und enthält alles, was der Workshop braucht: Zuschnitt, Schraubenplan, Augplattenplan, Ablauf mit Kontrollpunkten und Materialliste. Zeichnungen und Zahlen stammen aus derselben Datenquelle wie das Dossier. Vorab erledigt sein müssen: B1 Deckenanker verifiziert (Probezug ≥ 10 kN), B2 Wandanker/Klammern technisch abgeklärt, B7 Balken gesichtet.

Zuerst messen, dann sägen: Alle Masse in dieser Anleitung und im Dossier beruhen auf der Massaufnahme und dem 3D-Modell. Vor jedem Zuschnitt — Balken, Verlängerungen, Leiterposition — werden die betroffenen Masse vor Ort am Objekt nachgemessen (Kastenabstand an beiden Enden, Kastenhöhen, Tiefe, Lot- und Winkeligkeit). Massgebend ist immer das gemessene Mass, nicht der Plan. Abweichungen > 1 cm: notieren und vor dem Sägen mit der verantwortlichen Person klären.

1 Rollen im Workshop

Team Aufgabe Wer (eintragen)
Schnitt-Team (mit Zimmerleuten) Zuschnitt, Überblattungen, Blattkontrolle
Bohr-/Schraubteam Vorbohren Ø 5, Verschraubung nach Schraubenplan
Rand-Team Raster anzeichnen, Augplatten setzen, Randseile einfädeln
Netz-Team (mit Knüpf-Fachperson) Hauptnetz und Geländernetze knüpfen, Schlupfe formen
Sicherheits-Check Hakt jeden Kontrollpunkt ab, bevor der nächste Schritt beginnt; führt das Abnahme-Protokoll

2 Zuschnitt

Pos.TeilQuerschnittLängeStk.aus / Bemerkung
L1Längsbalken12 × 12352 cm2je aus einem 400er (Rest 48) · Enden OBEN 12×6 ausklinken (Blatt)
Q1Querbalken12 × 12235 cm2je aus einem 400er (Rest 165) · Enden UNTEN 12×6 ausklinken
V1Front-Verlängerung links12 × 12118 cm1optional (durchgezogene Frontlinie), aus einem 400er
V2Front-Verlängerung rechts12 × 1258 cm1aus dem Rest von V1
P1Eckpfosten Front (nur Pfostenvariante)12 × 12104 cm2nur falls B1 negativ; aus den 165er-Resten von Q1
LeiterH ca. 250 cm1gekaufte Sprossenleiter zulässig; unterste Sprosse auf ≈ 55 cm

Überblattungen: alle vier Ecken je halbe Holzstärke (6 cm) auf 12 cm Länge; der Längsbalken behält die UNTERE Hälfte (liegt auf), der Querbalken die OBERE. Sauber sägen/stemmen, Passung satt. Kanten am Netzrand leicht brechen (Fase ≈ 5 mm), damit keine Seile scheuern.

Überblattung in der Explosionsansicht — Längsbalken unten durchlaufend, Querbalken oben durchlaufend
Abb. 1: Überblattung in der Explosionsansicht — Längsbalken unten durchlaufend, Querbalken oben durchlaufend

3 Ablauf und Kontrollpunkte

Sechs Schritte. Jeder endet mit einem Kontrollpunkt, den das Sicherheits-Check-Team abhakt, bevor der nächste Schritt beginnt. Bei jeder Abweichung: anhalten, Foto machen, Rückfrage an die verantwortliche Person.

3.1 Rahmen probelegen

Balken vorne und hinten bündig mit den Deckplatten probelegen, Auflage je Ende 12 cm, so dass alle vier Auflagerecken über den Front- bzw. Rückwänden der Kästen liegen. Überblattungen zusammenfügen; der Längsbalken liegt mit seiner vollen unteren Hälfte auf der Deckplatte. Rechtwinkligkeit über die Diagonalen prüfen.

3.2 Verschrauben

Alle Löcher vorbohren (Ø 5 mm). Je Ecke zwei Vollgewindeschrauben, Köpfe bündig — nicht versenken, die Längen sind auf die Deckplatte abgestimmt: S1 VG 8×160 senkrecht durch das Blatt in die Deckplatte, Kopf bei x = 4 / z = 8.5 cm (Masse wie im Schraubenplan: x ab kastenseitiger Kante des Querbalkens, z ab Front- bzw. Rückkante). S2 VG 8×180, Kopf bei x = 8 / z = 3.2 cm, um 30° in Tiefenrichtung zum Kasteninneren geneigt — sie kreuzt die Blattfuge, läuft durch das Blatt des Längsbalkens und endet 4.1 cm tief in der Deckplatte. Querbalken zusätzlich mit 2 × VG 8×160 senkrecht in die Deckplatte bei 78 und 157 cm ab Rückwand. Nicht in die Stirnkanten der 5-cm-Platten schrauben.

Draufsicht Auflager-Ecke vorne links · Masse in cmQuer-balken12×12Deckplatte 5 cmInnenkante Kasten (x = 130)Lücke(offen, Netzfeld)Längsbalken 12×12 →S1 VG 8×160, senkrecht durchs Blatt, 4.0 cm in die DeckplatteS2 VG 8×180, 30° in Tiefenrichtung zum Kasteninneren geneigt: kreuzt die Blattfuge bei z = 6.7, bleibt bis zur Deckplatte (z = 10.1) im Blatt des LängsbalkensKöpfe bündig, nicht versenken · Pfeil = NeigungsrichtungS1 x 4 / z 8.5 · S2 x 8 / z 3.2 · Kopfabstand 6.6 cmS1S24.04.03.28.5Überblattung 12×12,je halbe Holzstärke (6 cm)Frontkante Kasten / Balken bündigFrontwand 5 cm unter der Deckplatte (endet an der Innenkante)Kopf-Abstände ≥ 3.2 cm (4d) · vorgebohrt Ø 5 mm · nicht in die Stirnkanten der 5-cm-Platten
Abb. 2: Schraubenplan, Draufsicht Auflagerecke vorne links — massgleich alle vier Ecken, gespiegelt (aus den Projektdaten gezeichnet)
Schnitt am Auflager, Blick in Balkenrichtung (x) · Masse in cmS2: 6.9 cm im Querbalken · 6.9 cm im Blatt des Längsbalkens · 4.1 cm in der Deckplatte — Schulter (z = 12) bleibt KontaktflächeS1S2 (30°)← Querbalken 12×12 (oben durchlaufend)Längsbalken 12×12(unten durchlaufend, im Schnitt)BlattfugeSchulter← Deckplatte 5 cmFrontkanteKastenFront-wand 5 cmLastpfad in die FrontwandFuge z 6.7Deck z 10.1S2-Spitze rechnerisch bei y ≈ 196.4, z ≈ 12.2(VG 8×180 bei 30°; Deckplatte 195–200: Reserve 1.4 cm)Höhen ab OK Podest: OK Deckplatte 200 · OK Rahmen 212 · Blattfuge 206
Abb. 3: Schnitt am Auflager, Blick in Balkenrichtung: S1 senkrecht, S2 geneigt durch Blattfuge und Längsbalken-Blatt in die Deckplatte (aus den Projektdaten gezeichnet)
Dieselbe Ecke im 3D-Modell (Ansicht «Schrauben», Kamera «Ecke», Balken transparent)
Abb. 4: Dieselbe Ecke im 3D-Modell (Ansicht «Schrauben», Kamera «Ecke», Balken transparent)

3.3 Augplatten und Randseile

Augplatte 50×40 V2A (Decksplatte) (Edelstahl V2A AISI 304, geschlossener Bügel, je 4× Linsenkopfschrauben 5×50) innen an allen vier Rahmenbalken in Balkenmitte. Alle vier Reihen beginnen in den Ecken — zwei Platten je Ecke, eine je Balkenseite — und laufen dann gleichmässig weiter: 32.8 cm längs, 30.1 cm quer (Mindestabstand 30 cm), total 38 Platten am Netzrand. Für das Geländernetz laufen die Reihen oben auf der Frontlinie und auf der Deckplatte des linken Kastens: ab den Ecken alle ≈ 66 cm, Feinverteilung vor Ort, 12 Platten. Montage wie im Prüfversuch: vorbohren, mitgelieferte Schrauben, nicht überdrehen. Danach das Randseil Tendon PRO WORK 11 mm durch alle Platten fädeln und straff spannen.

Augplattenplan (Decksplatten 50×40) · Draufsicht Rahmen · Masse in cm ab InnenkanteAlle Reihen beginnen in den Ecken: zwei Platten je Ecke, eine je Balkenseite · Mindestabstand 30 cmLängsbalken hinten 352 · Netzfeld 328Längsbalken vorne (Frontkante Kästen)Querbalken 235Querbalken 235Netzfeld 328 × 211 cm32.832.811 Platten · 10 × 32.8 = 32830.130.18 Platten · 7 × 30.1 = 211Ecke: zwei Platten, je eine auf Längs- und Querbalken — das Randseil wird in zwei Mal 45° umgelenkt, die Umlenkkraft verteilt sich auf beideNetzrand total 38 Platten (2 × 11 längs, 2 × 8 quer) · Geländer 12 (Feinverteilung vor Ort) · total 50Platten innen an den Balken in Balkenmitte (Höhe OK Rahmen − 6), Bügel zur Lücke; Tendon PRO WORK 11 mm als Randseil durch alle Bügel gefädelt.Kraft je Platte im Bemessungsfall 1.38 kN bei 32.8 cm Abstand (zulässig 5.4 kN, Prüfbericht 210528-1)
Abb. 5: Augplattenplan: Draufsicht des Rahmens mit den Plattenreihen an den Innenseiten, zwei Platten je Ecke (aus den Projektdaten gezeichnet)
Augplatten an der Auflagerecke hinten links: zwei Platten je Ecke, eine je Balkenseite; danach 32.8 cm längs und 30.1 cm quer
Abb. 6: Augplatten an der Auflagerecke hinten links: zwei Platten je Ecke, eine je Balkenseite; danach 32.8 cm längs und 30.1 cm quer

3.4 Netz knüpfen

Unter Anleitung der Knüpf-Fachperson. Netzfeld 328 × 211 cm, Paracord 550 (Ø 4 mm), Masche ≈ 10 cm, symmetrisch geknüpft und straff (Durchhang ohne Last möglichst nahe 0; beide Richtungen gleich straff). Die Netzränder greifen in das Randseil. Zwei Zugangs-Schlupfe à 50 cm als verstärkte Netzbögen mit eigenem Randseil: über der Kletterwand und über der Leiter rechts.

3.5 Geländer

Deckenvariante ohne Pfosten (Standard): Das obere Randseil Tendon PRO WORK 11 mm wird an der bestehenden Vorhangseil-Verankerung befestigt — links die Klammer an der Stahlsäule, rechts das Gewinde im Wandträger — und hängt frei durch: an den Enden ≈ 344 cm, in der Feldmitte ≈ 302 cm über Podest. Das Füllnetz folgt dem Seil und ist unten an der Geländer-Plattenreihe gefasst; an beiden Netzenden läuft ein vertikales Randseil vom Anker bis auf die Deckplatte. Ein Wantenspanner an einem Seilende; nach 1–2 Wochen nachspannen. Links gleich: vorne an der Säulenklammer, hinten am Anker in der Rückwand oben (B2). Nicht in den brandschutzummantelten Deckenträger bohren. Fällt B1 negativ aus: Pfostenvariante gemäss Dossier Kapitel 8.

3.6 Probebelastung und Erstabnahme

Eine Person (≈ 80 kg) setzt sich mittig ins Netz; Durchhang messen. Soll 20–25 cm (B3). Abweichung > 30 %: Rückmeldung an die verantwortliche Person, Rechenkern nachführen. Danach Erstabnahme-Protokoll gemäss Betriebskonzept Kap. 5 ausfüllen und Aushang bei den Aufstiegen montieren.

4 Sicherheit während des Workshops

Jugendliche bohren und schrauben unter Anleitung; Schutzbrille beim Bohren über Kopf. Leitern immer zu zweit (sichern). Werkzeug nie auf den Deckplatten liegen lassen. Solange das Netz nicht abgenommen ist: Zugang zu den Deckplatten sperren (Absperrband an den Aufstiegen). Nach Feierabend Baustelle aufgeräumt hinterlassen — das Haus bleibt in Betrieb.

Massgebend bleibt in allen Punkten das geprüfte Statik-Dossier. Bei Abweichungen vor Ort: anhalten, Foto machen, Rückfrage an die verantwortliche Person.

Anhang Materialliste

PositionMengeBemerkung
VG-Schraube 8×160, Torx, vorbohren Ø 58 Stk.4× Ecken (S1) + 4× Querbalken; Reserve dazu
VG-Schraube 8×180, Torx4 Stk.4× Ecken (S2, 30° geneigt); Reserve dazu
Augplatte 50×40 V2A (Decksplatte) inkl. 4× Linsenkopf 5×5050 Stk.Netzrand 38 (zwei je Ecke, Abstand 32.8 längs / 30.1 quer) + Geländer 12 (66 cm); Reserve dazu
Wantenspanner M12 (Auge–Auge)2 Stk.Nachspannen der Geländerseile
Augbolzen M10 durchgesteckt / Verbundanker3 Stk.Ecklösungen Säule/Wand, Anker Rückwand oben (B2)
Augbolzen M12 durchgesteckt, grosse U-Scheiben4 Stk.Seilenden an Pfosten (nur Pfostenvariante)
Trägerklammer/Balkenklemme (Säule H-Profil)2 Stk.Pfosten links an Stahlsäule, ohne Bohren (nur Pfostenvariante)
Verbundanker M10 mit Siebhülse2 Stk.Wand rechts (oder Verschraubung in Kastenwand)
Holzbohrer Ø 5, Torx-Bits T40, Zollstock, WasserwaageWerkzeug Workshop
Fallschutzplatten 30–45 mm, angeschrägt (optional, B4)2.5 m²flach begehbar statt loser Matten; Alternative: Polster-Sitzlandschaft

Identisch mit Anhang A des Statik-Dossiers — aus denselben Daten. Mengen ohne Reserve. Seile: Tendon PRO WORK 11 mm als Randseil; Paracord 550 farbig für das Netz — Menge abhängig von der Maschenweite, nach Festlegung mit dem Knüpf-Team berechnen.

Änderungsverzeichnis

VersionDatumÄnderung
2.001.09.2026Neuaufbau aus der Datenquelle; ersetzt Version 1.1 vom 30.08.2026. An das Statik-Dossier angeglichen: Augplatten statt Ösen, Geländer-Deckenvariante ohne Abhängungen, Pfosten nur noch als Variante.
2.102.09.2026Für den Workshop eigenständig lesbar: Schraubenplan, Augplattenplan und die zugehörigen Abbildungen aus dem Dossier eingebettet (dieselbe Datenquelle), Ablauf in sechs Schritte mit Kontrollpunkten gegliedert, Materialliste als Anhang. Inhaltlich unverändert.
3.002.09.2026Schraubenplan: Kopf von S2 neu 3.2 statt 4 cm hinter der Frontkante (Hinweis Schreiner); Zeichnungen und 3D-Ansichten folgen der Datenquelle. Versionsnummer an das Statik-Dossier angeglichen — ab jetzt tragen alle Dokumente dieselbe Nummer.

Hauptversion steigt bei Änderungen an Lasten, Geometrie, Nachweisen oder Bedingungen (neue Prüfung nötig). Nebenversion bei redaktionellen Klarstellungen.

Bauanleitung Workshop «Hochsitz mit Netz» · Version 3.0 · 02.09.2026 · Entwurf· Build adba937 vom 02.09.2026 · Erstellt vom Projektteam (YOLU) mit Unterstützung von Claude.