Statik-Dossier

Hochsitz mit Netz — Kletternetz zwischen den Hochsitzen im Effinger
Version 3.0 · 02.09.2026 · Zur Prüfung
Gesamtübersicht Planungsmodell (interaktive Fassung über die Kopfleiste)
Gesamtübersicht Planungsmodell (interaktive Fassung über die Kopfleiste)
Projekt«Hochsitz mit Netz» — Indoor-Kletternetz, Coworking/Colearning Effinger, Bern
BauteilRechteckrahmen 352 × 235 cm aus Balken 12×12 (C24) mit geknüpftem Netz, Seil-Geländer und zwei Zugangs-Schlupfen, auf bestehenden Holzkästen
VerfasstProjektteam «Hochsitz mit Netz» (YOLU), rechnerische Aufbereitung mit transparentem Rechenkern
StatusZUR PRÜFUNG durch Fachperson (Ingenieur/in Holzbau) — Checkliste und Unterschrift: Kapitel 10

Dieses Dossier dokumentiert Annahmen, Lastfälle und Nachweise vollständig und nachvollziehbar. Es ersetzt die Freigabe durch eine Fachperson nicht — es bereitet sie vor. Alle Zahlen stammen aus dem Rechenkern in Anhang B und der Datenquelle des Projekts; Web- und PDF-Fassung entstehen aus derselben Quelle.

1 Konstruktion und Geometrie

Zwischen zwei bestehenden Holzkästen (5-cm-Dreischichtplatten, Höhe 200 cm ab Podest (OK Deckplatte), gegen die Lücke offen) wird ein flach liegender Rechteckrahmen aus vier Balken 12×12 cm (Fichte/Tanne, Sortierung C24 angenommen) verlegt. Die beiden Längsbalken (352 cm) überspannen die Lücke von 328 cm und liegen beidseits 12 cm auf den Deckplatten auf; sie liegen vorne und hinten bündig, so dass alle vier Auflagerecken direkt über den Front- bzw. Rückwänden der Kästen zu liegen kommen (Linienauflager nahe deren freiem Ende an der offenen Innenseite). Die Querbalken (235 cm) liegen auf ganzer Länge auf den Deckplatten auf. Die Ecken sind halb überblattet: Der Längsbalken behält unten die volle Auflage, ausgeklinkt wird oben; beim voll aufliegenden Querbalken unten. In das Rahmenfeld (328 × 211 cm) wird ein Netz geknüpft. Zwei Verlängerungsstücke vor den Deckplatten führen die Frontlinie optional über die ganze Breite weiter (Stösse über den Auflagerecken, vollflächig aufliegend).

GrösseWert
Lücke zwischen den Kästen (Spannweite)328 cm
Rahmen aussen / Netzfeld352 × 235 cm / 328 × 211 cm (≈ 6.9 m²)
Balkenquerschnitt / Auflage je Ende12 × 12 cm (C24) / 12 cm, über Front-/Rückwand
Oberkante Rahmen / Knüpfebene212 cm / ca. 208 cm über Podest
Kopffreiheit über Rahmen (Decke 350 cm)138 cm
Kästen: Wände / Deckplatten5 cm Dreischichtplatte, OK 200 cm / 130 bzw. 70 cm tief
Geländer (Deckenvariante)Randseil frei hängend an bestehenden Vorhangseil-Ankern · Füllnetz · 2 Schlupfe à 50 cm
RandbefestigungAugplatte 50×40 V2A (Decksplatte): Netzrand ab den Ecken alle 32.8 / 30.1 cm (≥ 30), Geländer alle 66 cm
Netzseile / RandseilParacord 550 (Ø 4 mm) / Tendon PRO WORK 11 mm (EN 1891 A)

2 Normen und Grundlagen

Tragwerk: SIA 260/261 (Einwirkungen, Lastbeiwerte), SIA 265 bzw. SN EN 1995-1-1 (Holzbau; Bemessungswerte hier EC5-konform mit kmod = 0.8 (mittlere Einwirkungsdauer: Nutzlast durch Personen; Nutzungsklasse 1/2, im Gebäude), γM = 1.3, C24: fm,d = 14.8 N/mm²). Absturzsicherung: SIA 358 (Schutzelemente ab 1 m Absturzhöhe, H ≥ 100 cm, Holmlast 0.8 kN/m). Spielgeräte-Massstab: SN EN 1176/1177 als Stand der Technik für den halböffentlichen, zeitweise unbeaufsichtigten Betrieb mit Kindern und Jugendlichen (Zugangsöffnungen ≤ 50 cm, Fallräume, stossdämpfende Böden). Haftungsrahmen: Werkeigentümerhaftung Art. 58 OR, Produktesicherheitsgesetz; Inspektions- und Wartungspflicht (Betriebskonzept, separat).

3 Lastannahmen

Bemessungsszenario (Kopffreiheit über dem Netz 138 cm — Erwachsene nur gebückt): 1 Erwachsene:r (85 kg) + 1 Jugendliche:r (55 kg) + 1 Kind (30 kg), Kind springend. Springende Kinder werden mit Stossfaktor φ = 2.5 angesetzt. Alle Personen wirken konservativ im selben Punkt in Netzmitte; das Netz-Eigengewicht (≈ 15 kg) ist demgegenüber vernachlässigbar.

GrösseFormel / Wert
Charakteristische NutzlastQk = 0.85 + 0.55 + 0.30 · 2.5 = 2.15 kN
Bemessungslast (γQ = 1.5)Pd = 1.5 · Qk = 3.23 kN, mittig konzentriert
Geländer-Holmlast (SIA 358)qk = 0.8 kN/m bzw. Einzellast 1.5 kN; γQ = 1.5
Gebrauchslage (Information)1 Person, 0.85 kN, ohne Beiwerte

4 Netzstatik (Seilmodell mit Dehnung)

Das Netz trägt als Seilwerk in zwei Richtungen: quer (Spannweite 328 cm, auf die voll aufliegenden Querbalken) und längs (211 cm, auf die frei spannenden Längsbalken). Beide Richtungen teilen sich eine gemeinsame Mittendurchbiegung f. Für jede Richtung gilt die Seilgeometrie s(f) = 2·√((L/2)² + f²) und die Elastizität T = EA·(s/s0 − 1); der Horizontalzug folgt aus H = T/√(1+(2f/L)²), die getragene Last aus P = 4·H·f/L. Gelöst wird f so, dass Pquer(f) + Plängs(f) = Pd (identisch zur bekannten Slackline-Ankerformel H = P·L/(4f)). Steifigkeit: Paracord 550, EA ≈ 8 kN je Seil, 10 wirksame Seile im Lastband von 1.2 m; symmetrische Knüpfung — beide Richtungen gleich straff. Das Knüpfmass (Durchhang ohne Last) liegt bei straffer Knüpfung nahe 0; die Resultate sind im Bereich 0–10 cm praktisch identisch:

Knüpfmass f0f unter PdH längsσ BalkenAusnutzunglichte Höhe
0 cm34 cm3.89 kN12.7 N/mm²86 %174 cm
5 cm34 cm3.86 kN12.6 N/mm²85 %174 cm
10 cm35 cm3.77 kN12.4 N/mm²84 %173 cm
Gebrauch: 1 Person22 cm1.63 kN186 cm

Bedingung: Die Paracord 550-Dehnsteifigkeit ist ein Literatur-/Erfahrungswert. Vor der Abnahme ist eine kurze Probebelastung durchzuführen (1 Person mittig, Durchhang messen; Soll ≈ 20–25 cm) und bei Abweichung der Rechenkern nachzuführen. Seilkontrolle: Zug je Paracord 550-Strang im Lastband ≈ 0.41 kN gegenüber zulässig ≈ 0.6 kN (Bruch ≈ 2.4 kN, abgemindert für Knoten und Dauerhaftigkeit) — Masche eng halten (≈ 10 cm).

5 Nachweise Rahmen, Auflager und Kasten

Massgebend ist der Längsbalken (zweiachsige Biegung aus Netz-Vertikalanteil und Horizontalzug; Mh = H·(L/4 − w/8) mit Lastband w = 1.2 m; W = 288·10³ mm³).

NachweisEinwirkung (Design)WiderstandAusn.
Längsbalken, Biegung zweiachsigσ = 12.7 N/mm² (Mh 2.61 + Mv 1.03 kNm)fm,d = 14.8 N/mm²86 %
Auflagerpressung (12×12 cm)σc,90 = 0.11 N/mm²fc,90,d = 1.5 N/mm²7 %
Kastenwand 5 cm unter Auflagerecke0.26 N/mm² (Rv ≈ 1.6 kN, Linienlager 12 × 5 cm)~2 N/mm² (knickbegrenzt, H 195 cm)13 %
Ringdruck / Schub an der Blattschulter (formschlüssig)C = V = 1.95 kN je Ecke auf 72 cm² → 0.27 N/mm²fc,0,d = 12.9 N/mm²; S2 (VG 8×180, 30°) als Redundanz< 5 %
Rahmen auf Deckplatte, Verschieben (Geländer-Stoss über untere Plattenreihe)F ≈ 3.1 kN (50 % der Holm-Linienlast 1.2 kN/m × 5.16 m)8 Schrauben senkrecht in die Deckplatte, Abscheren Rd ≈ 8 × 2.0 = 16 kN, plus Reibung19 %
Abheben / Kippen des Längsbalken-EndesF = 0.92 kN je Ecke (Netzzug 3.89 kN auf Plattenhöhe 6 cm, Kippen um die innere Unterkante, abzüglich Eigengewicht 0.21 kN)S1 axial in der 5-cm-Deckplatte (4.0 cm Gewinde): Rd ≈ 1.9 kN, dazu Auflast des Querbalkens48 %
Netz-Randbefestigung (Augplatte 50×40, e = 32.8 cm)F = 1.38 kN je Punktzulässig 5.4 kN = Bruch 16.2 kN / 3 (Prüfbericht 210528-1)26 %
Paracord 550-Strang im LastbandT = 0.41 kNzulässig ≈ 0.6 kN (inkl. Knoten)68 %
Geländer-Deckenanker (Hängeseil)Punktstoss ≈ 6.5 kN · Linienlast konservativ ≈ 13 kNbestehende Vorhangseil-Anker — Anforderung ≥ 10 kN je EndeB1

Ausnutzung = Einwirkung / Widerstand. Grün unter 80 %: erfüllt. Gelb 80 %–100 %: erfüllt, kleine Reserve. Rot über 100 %: nicht erfüllt. Ohne Zahl: Bedingung statt rechnerischer Nachweis.

Alle rechnerischen Nachweise erfüllt. Mit kleiner Reserve (gelb): Längsbalken, Biegung zweiachsig 86 %. Der Ringdruck des Netzes läuft formschlüssig über die Blattschultern der Überblattung; die Schrauben sichern Fuge und Abheben und halten den Rahmen gegen Verschieben auf der Deckplatte (Kapitel 6). Die Schrauben-Widerstände sind Richtwerte nach EC5 für vorgebohrte Vollgewindeschrauben in C24 und von der Fachperson zu bestätigen (Punkt 5 der Prüfliste). Der Geländer-Deckenanker ist kein rechnerischer Nachweis, sondern eine Anforderung an die bestehende Vorhangseil-Verankerung: Tragfähigkeit ≥ 10 kN je Ende, zu verifizieren per Probezug (Bedingung B1, Kapitel 8/9).

6 Verbindungen und Schraubenplan

Je Auflagerecke zwei Vollgewindeschrauben (vorgebohrt Ø 5 mm; Köpfe bündig, nicht versenken — die Längen sind auf die Deckplatte abgestimmt): S1 VG 8×160 senkrecht durch das Überblattungsblatt, 4.0 cm in die Deckplatte — hält die Blattfuge geschlossen und das Balkenende unten (Abheben, Kippen). S2 VG 8×180, Kopf 3.2 cm hinter der Frontkante, um 30° in Tiefenrichtung zum Kasteninneren geneigt: Sie läuft 6.9 cm durch den Querbalken, kreuzt die Blattfuge bei z = 6.7 cm, durchläuft das untere Blatt des Längsbalkens auf 6.9 cm Länge, tritt bei z = 10.1 cm — noch innerhalb des Blatts — in die Deckplatte ein und endet nach 4.1 cm in der Deckplatte (Spitze bei 196.4 cm über Podest, Reserve 1.4 cm zur Unterseite, damit im Kasten darunter keine Spitze austritt). Will das Längsbalkenende gegen die Schulter rutschen, kommt S2 auf Zug und hält es zusätzlich zum Formschluss; die Schulter selbst bleibt Kontaktfläche. Der Rechenkern prüft diese Geometrie bei jedem Build. Die Ringdruckkräfte des Netzes werden formschlüssig über die Blattschultern übertragen (Nachweis in Kapitel 5); die Schrauben sind Fugensicherung und Redundanz, nicht der primäre Lastpfad. Querbalken zusätzlich mit 2 × VG 8×160 je Balken senkrecht in die Deckplatte, gleichmässig zwischen den Ecken (bei 78 und 157 cm ab Rückwand) — zusammen mit S1 sind das 8 Schrauben in die Deckplatte gegen Verschieben des Rahmens. Nicht in die Stirnkanten der 5-cm-Platten schrauben. Alle Kopf- und Randabstände ≥ 3.2 cm (4d); Kopfabstand an der Ecke 6.6 cm. Die strengeren EC5-Endabstände für axial beanspruchte Schrauben (8 cm = 10d) lassen sich im 12-cm-Blatt nicht einhalten — Beurteilung durch die Fachperson (Prüfpunkt 5).

Gegenüber Fassung 1.3 (drei Schrauben je Ecke, Querbalken alle 50 cm) ist die Verschraubung vereinfacht; ein VG 8×200 bei 30° würde unter der Deckplatte austreten, deshalb VG 8×180. Die Fachperson bestätigt Anordnung und Widerstände (Prüfpunkt 5).

Draufsicht Auflager-Ecke vorne links · Masse in cmQuer-balken12×12Deckplatte 5 cmInnenkante Kasten (x = 130)Lücke(offen, Netzfeld)Längsbalken 12×12 →S1 VG 8×160, senkrecht durchs Blatt, 4.0 cm in die DeckplatteS2 VG 8×180, 30° in Tiefenrichtung zum Kasteninneren geneigt: kreuzt die Blattfuge bei z = 6.7, bleibt bis zur Deckplatte (z = 10.1) im Blatt des LängsbalkensKöpfe bündig, nicht versenken · Pfeil = NeigungsrichtungS1 x 4 / z 8.5 · S2 x 8 / z 3.2 · Kopfabstand 6.6 cmS1S24.04.03.28.5Überblattung 12×12,je halbe Holzstärke (6 cm)Frontkante Kasten / Balken bündigFrontwand 5 cm unter der Deckplatte (endet an der Innenkante)Kopf-Abstände ≥ 3.2 cm (4d) · vorgebohrt Ø 5 mm · nicht in die Stirnkanten der 5-cm-Platten
Abb. 2: Schraubenplan, Draufsicht Auflagerecke vorne links — massgleich alle vier Ecken, gespiegelt (aus den Projektdaten gezeichnet)
Schnitt am Auflager, Blick in Balkenrichtung (x) · Masse in cmS2: 6.9 cm im Querbalken · 6.9 cm im Blatt des Längsbalkens · 4.1 cm in der Deckplatte — Schulter (z = 12) bleibt KontaktflächeS1S2 (30°)← Querbalken 12×12 (oben durchlaufend)Längsbalken 12×12(unten durchlaufend, im Schnitt)BlattfugeSchulter← Deckplatte 5 cmFrontkanteKastenFront-wand 5 cmLastpfad in die FrontwandFuge z 6.7Deck z 10.1S2-Spitze rechnerisch bei y ≈ 196.4, z ≈ 12.2(VG 8×180 bei 30°; Deckplatte 195–200: Reserve 1.4 cm)Höhen ab OK Podest: OK Deckplatte 200 · OK Rahmen 212 · Blattfuge 206
Abb. 3: Schnitt am Auflager, Blick in Balkenrichtung (aus den Projektdaten gezeichnet)
Dieselbe Ecke im 3D-Modell (Ansicht «Schrauben», Kamera «Ecke», Balken transparent)
Abb. 4: Dieselbe Ecke im 3D-Modell (Ansicht «Schrauben», Kamera «Ecke», Balken transparent)

Die richtig orientierte Überblattung stellt sicher, dass der frei spannende Längsbalken seine Auflagerkraft direkt über die untere, ungeschwächte Hälfte in die Deckplatte abgibt; die Ausklinkung liegt oben (Moment ≈ 0 am Auflager). Die Blattschultern übertragen die Ring-Druckkräfte des Netzes formschlüssig.

Überblattung in der Explosionsansicht — Längsbalken unten durchlaufend, Querbalken oben durchlaufend
Abb. 5: Überblattung in der Explosionsansicht — Längsbalken unten durchlaufend, Querbalken oben durchlaufend

7 Netzrand und Augplatten

Der Netzrand wird über ein durchgefädeltes Tendon PRO WORK 11 mm-Randseil (EN 1891 A, MBL 33 kN) an Augplatte 50×40 V2A (Decksplatte) (Edelstahl V2A AISI 304, geschlossener Bügel, je 4× Linsenkopfschrauben 5×50) geführt: innen an allen vier Rahmenbalken in Balkenmitte. Alle vier Reihen beginnen in den Ecken, so dass in jeder Ecke zwei Platten sitzen, eine je Balkenseite: Das Randseil wird dort in zwei Mal 45° statt einmal 90° umgelenkt, die Umlenkkraft verteilt sich auf beide Platten und das Seil biegt sich weniger scharf. Dazwischen sind die Platten gleichmässig verteilt: 32.8 cm längs, 30.1 cm quer (Mindestabstand 30 cm), total 38 Platten am Netzrand. Montage wie im Prüfversuch: vorbohren, mitgelieferte Schrauben verwenden, nicht überdrehen. Tragfähigkeit gemäss Prüfbericht 210528-1 (Drahtseile24, 31.05.2021): Zugversuch senkrecht zur Montagefläche auf Kiefernholz, Bruch bei 16.2 kN (Schraubenversagen, Platte kaum verformt); Querbelastung laut Hersteller gleichwertig. Zulässig mit Sicherheitsfaktor 3: 5.4 kN — gegenüber 1.38 kN je Punkt beim massgebenden Abstand 32.8 cm (26 %). Das straff gespannte Randseil verteilt die Knüpfkräfte und hält die Seilbuchten zwischen den Platten klein. Für das Geländernetz laufen die Plattenreihen oben auf der Frontlinie (Balken bzw. Deckplatte) und auf der Deckplatte des linken Kastens durch, ab den Ecken mit Abstand 66 cm vorne und 78 cm links (Mindestabstand 60 cm; kleine Lasten: die Holmlast trägt das obere Randseil, die vertikalen Randseile an den Netzenden gehen bis auf die Deckplatte). Die Geländer-Verteilung wird vor Ort feinjustiert. Stückzahlen: 38 am Netzrand + 12 am Geländer = 50 Platten (Anhang A).

Augplattenplan (Decksplatten 50×40) · Draufsicht Rahmen · Masse in cm ab InnenkanteAlle Reihen beginnen in den Ecken: zwei Platten je Ecke, eine je Balkenseite · Mindestabstand 30 cmLängsbalken hinten 352 · Netzfeld 328Längsbalken vorne (Frontkante Kästen)Querbalken 235Querbalken 235Netzfeld 328 × 211 cm32.832.811 Platten · 10 × 32.8 = 32830.130.18 Platten · 7 × 30.1 = 211Ecke: zwei Platten, je eine auf Längs- und Querbalken — das Randseil wird in zwei Mal 45° umgelenkt, die Umlenkkraft verteilt sich auf beideNetzrand total 38 Platten (2 × 11 längs, 2 × 8 quer) · Geländer 12 (Feinverteilung vor Ort) · total 50Platten innen an den Balken in Balkenmitte (Höhe OK Rahmen − 6), Bügel zur Lücke; Tendon PRO WORK 11 mm als Randseil durch alle Bügel gefädelt.Kraft je Platte im Bemessungsfall 1.38 kN bei 32.8 cm Abstand (zulässig 5.4 kN, Prüfbericht 210528-1)
Abb. 6: Augplattenplan: Draufsicht des Rahmens mit den Plattenreihen an den Innenseiten, zwei Platten je Ecke, Abstände am Längs- und am Querbalken (aus den Projektdaten gezeichnet)
Augplatten an der Auflagerecke hinten links: zwei Platten je Ecke, eine je Balkenseite; danach 32.8 cm längs und 30.1 cm quer
Abb. 7: Augplatten an der Auflagerecke hinten links: zwei Platten je Ecke, eine je Balkenseite; danach 32.8 cm längs und 30.1 cm quer
Augplatten-Reihen (Decksplatten) mit durchgefädeltem Randseil, Ansicht «Augplatten»: 38 am Netzrand, 12 am Geländer
Abb. 8: Augplatten-Reihen (Decksplatten) mit durchgefädeltem Randseil, Ansicht «Augplatten»: 38 am Netzrand, 12 am Geländer

8 Geländer

Absturzsicherung nach SIA 358 auf der offenen Front (528 cm) und der linken Seite. Standard ist die Deckenvariante ohne Pfosten: Das obere Randseil (Tendon PRO WORK 11 mm) wird an der bestehenden Vorhangseil-Verankerung nahe der Decke befestigt — links die geschweisste Klammer um das H-Profil der Stahlsäule, rechts das Gewinde im Wandträger — und hängt frei wie eine Hängebrücke durch: an den Enden auf ≈ 344 cm, in der Feldmitte auf ≈ 302 cm (≈ 90 cm über OK Rahmen), ohne Zwischenabhängungen. Das geknüpfte Füllnetz folgt dem Seil: an den Rändern hoch (dort bis zur Decke geschlossen), im Mittelteil ≈ 90–100 cm. Unten ist das Netz an der Plattenreihe (alle 66 cm) auf Balken bzw. Deckplatten gefasst; an beiden Netzenden läuft ein vertikales Randseil (Tendon PRO WORK 11 mm) vom Anker bis auf die Deckplatte und ersetzt den Pfosten. Ein horizontaler Stoss teilt sich so zwischen oberem Seil, den vertikalen Randseilen und dem unteren Rand auf. Das Geländer links hängt gleich: vorne an der Säulenklammer, hinten an einem Anker in der Rückwand oben (B2). Zwei Zugangs-Schlupfe à 50 cm (EN 1176-konform): über der Kletterwand und über der Leiter rechts (unterste Sprosse 55 cm als Kleinkind-Filter), als verstärkte Netzbögen mit eigenem Randseil. Nachspannbarkeit über Wantenspanner an einem Seilende (Polyamid kriecht; nach 1–2 Wochen nachspannen).

Ankerkräfte: Punktstoss 1.5 kN mit seitlicher Auslenkung ≈ 30 cm ergibt ≈ 6.5 kN Seilzug; die volle SIA-Linienlast (1.2 kN/m) konservativ gerechnet bis ≈ 13 kN, bei weicher Auslenkung (50 cm) ≈ 8 kN (ein Teil geht direkt über die untere Plattenreihe in den Rahmen). Anforderung an die bestehenden Anker: ≥ 10 kN je Ende — vor Ausführung verifizieren (B1, Probezug). Wichtig: Der Deckenträger ist brandschutzummantelt — es wird nicht in den Träger gebohrt; genutzt werden nur die bestehenden Anker (Eingriffe daran nur mit Freigabe von Eigentümer und Brandschutz-Fachfirma).

Geländerhöhe: Im Mittelteil liegt das Seil ≈ 90 cm über OK Rahmen; zu den Rändern hin steigt das Netz bis zur Decke — dort ist der Abschluss vollständig geschlossen und SIA 358 klar erfüllt. Für den Mittelteil gilt ergänzend: Restspalt Seil–Decke ≈ 48 cm (kaum grösser als die bewusst gesetzten 50-cm-Schlupfe), Erwachsene können über dem Netz nicht aufrecht stehen (Kopffreiheit 138 cm), und der Spielgeräte-Massstab EN 1176 verlangt für Brüstungen 70 cm. Ein Kippen über das Seil ist mechanisch weitgehend ausgeschlossen; die Geländerhöhe wird mit dieser Begründung als ausreichend beurteilt.

Dokumentierte Alternative (Pfostenvariante): zwei Eckpfosten 12×12 (H 104) mit gespanntem Statikseil und zwei Decken-Abhängungen — im 3D-Modell über den Schalter «Variante mit Pfosten» einsehbar. Sie wird ausgeführt, falls die Verifikation der bestehenden Deckenanker (B1) negativ ausfällt.

9 Bedingungen und offene Punkte

Nr.PunktVerantwortung
B1Deckenanker: Tragfähigkeit der bestehenden Vorhangseil-Verankerung (geschweisste Säulenklammer, Gewinde im Wandträger) für ≥ 10 kN je Ende verifizieren (Probezug). Kein Bohren in den brandschutzummantelten Stahlträger ohne Freigabe von Eigentümer und Brandschutz-Fachfirma. Fällt B1 negativ aus → Pfostenvariante (Kap. 8)Projektteam + Fachperson
B2Anker Rückwand oben für das Geländer links (Verbundanker im Mauerwerk «nicht extrem stabil» — Probezug); Eck-Augbolzen an Säule/Wand als durchgesteckte Maschinenschrauben ausführenProjektteam
B3Probebelastung nach dem Knüpfen (1 Person mittig, Durchhang messen, Soll 20–25 cm); Abweichung > 30 % → Rückmeldung an RechenkernProjektteam + Fachperson
B4Fallschutz Kletterwand: keine losen Matten (Stolperfallen). Stattdessen: Tritt-Griffe so setzen, dass die Füsse max. ~1 m über Boden stehen; optional flache Fallschutzplatten (30–45 mm, angeschrägte Ränder, kritische Fallhöhe ≥ 1 m) oder tiefe Polster-Sitzlandschaft als Möbel im FallraumProjektteam
B5Seitlicher Rand links durch Telefonkabinen (Dach +12 cm über Deckplatte): als Absturzschutz-Ersatz durch Fachperson beurteilen; Kabinenposition sichern/markierenFachperson
B6Betriebskonzept: Nutzungsregeln, max. Personen, Inspektionsplan mit Protokoll, verantwortliche PersonProjektteam
B7Holzqualität der vorhandenen Balken vor Einbau sichten (grosse Äste/Risse aussortieren; Annahme C24)Zimmerleute im Team

10 Prüfcheckliste und Freigabe

Für die prüfende Fachperson (Ingenieur/in FH Holzbau oder gleichwertig). Interaktive Unterlagen über die Links in der Kopfleiste; Rechenkern mit Prüfsummen in Anhang B, vollständiger Quelltext als separater Anhang.

Beurteilung / Auflagen der Fachperson:

Name, Funktion, Firma
Ort und Datum
Unterschrift

Mit der Unterschrift wird bestätigt, dass die dokumentierten Annahmen und Nachweise geprüft und — unter den Bedingungen B1–B7 sowie allfälligen obigen Auflagen — als ausreichend beurteilt wurden.

Anhang A Material- und Einkaufsliste (Befestigung)

PositionMengeBemerkung
VG-Schraube 8×160, Torx, vorbohren Ø 58 Stk.4× Ecken (S1) + 4× Querbalken; Reserve dazu
VG-Schraube 8×180, Torx4 Stk.4× Ecken (S2, 30° geneigt); Reserve dazu
Augplatte 50×40 V2A (Decksplatte) inkl. 4× Linsenkopf 5×5050 Stk.Netzrand 38 (zwei je Ecke, Abstand 32.8 längs / 30.1 quer) + Geländer 12 (66 cm); Reserve dazu
Wantenspanner M12 (Auge–Auge)2 Stk.Nachspannen der Geländerseile
Augbolzen M10 durchgesteckt / Verbundanker3 Stk.Ecklösungen Säule/Wand, Anker Rückwand oben (B2)
Augbolzen M12 durchgesteckt, grosse U-Scheiben4 Stk.Seilenden an Pfosten (nur Pfostenvariante)
Trägerklammer/Balkenklemme (Säule H-Profil)2 Stk.Pfosten links an Stahlsäule, ohne Bohren (nur Pfostenvariante)
Verbundanker M10 mit Siebhülse2 Stk.Wand rechts (oder Verschraubung in Kastenwand)
Holzbohrer Ø 5, Torx-Bits T40, Zollstock, WasserwaageWerkzeug Workshop
Fallschutzplatten 30–45 mm, angeschrägt (optional, B4)2.5 m²flach begehbar statt loser Matten; Alternative: Polster-Sitzlandschaft

Mengen ohne Reserve, direkt aus den Rastern des Rechenkerns. Seile: Tendon PRO WORK 11 mm als Randseil; Paracord 550 farbig für das Netz — Menge abhängig von der Maschenweite, nach Festlegung mit dem Knüpf-Team berechnen. Werkzeug und Pfostenvariante siehe Bauanleitung.

Anhang B Rechenkern

Sämtliche Zahlen dieses Dokuments werden bei jedem Build aus den folgenden Dateien berechnet — derselbe Code läuft unverändert im Browser (Statik-Explorer). Eingabewerte stehen in der Datenquelle, abgeleitete Masse in der Geometrie, Formeln und Nachweise im Rechenkern; die Tests halten Goldwerte und Grenzfälle fest. Die Fachperson liest den Code wie eine Handrechnung.

DateiInhaltZeilenSHA-256 (Anfang)
projekt.tomlDatenquelle — alle Eingabewerte (Masse, Material, Lasten, Befestigung, Bedingungen)344320399cb755f79f5
src/statik/geometrie.tsAbgeleitete Geometrie aus den Primärmassen5885ff6ffd1334a2b8
src/statik/rechenkern.tsRechenkern — Lasten, Seilmodell, Nachweise, Verbindungsmittel, Mengen31719e0f3cdf03da4cb
kit/src/lib/raster.tsRasterpositionen (Kit) — Schrauben- und Augplattenreihen2986083242cdb1a8f0
src/statik/rechenkern.test.tsTests — Goldwerte und Grenzfälle188307f55aba0b05eb2
GesamtPrüfsumme über alle Dateien93629ccb2a75bbf5999

Vollständiger Abdruck mit Syntaxhervorhebung und Zeilennummern: separates PDF hochsitz-statik-dossier-anhang-b-v3.0.pdf und online unter /quelltext/. Prüfsummen und Build adba937 identifizieren die gerechnete Fassung eindeutig: Stimmt eine Prüfsumme nicht mit dem Anhang überein, gehört der Code nicht zu diesem Dokument. Ausführen: npm test (Goldwerte) und npm run build; alle Resultate liegen als results.json vor.

Anhang C Interaktive Unterlagen

3D-Modell: massstabsgetreues Modell mit Ebenen (Netz, Geländer, Telefonkabinen), Konstruktionsansichten (Überblattungs-Explosion, Schrauben mit transparenten Balken, Augplatten mit Randseil, Kräfte) und Bemassung. Statik-Explorer: derselbe Rechenkern interaktiv — Personen, Knüpfmass und Augplatten-Abstand verstellbar, alle Kennwerte und die Ausnutzungskurve live, Formeln offen. Beide sind über die Kopfleiste dieser Seite erreichbar. Die Abbildungen dieses Dossiers werden bei jedem Build automatisch aus dem 3D-Modell erzeugt.

Statik-Explorer, Standard-Szenario
Abb. 9: Statik-Explorer, Standard-Szenario

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2.001.09.2026Neuaufbau aus einer Datenquelle (projekt.toml) mit Rechenkern in TypeScript; ersetzt Version 1.3 vom 31.08.2026. Annahmen, Lasten und Nachweise inhaltlich unverändert; Ausnutzungen neu direkt aus dem Rechenkern gerundet (Augplatte 23 statt 24 %). Gebrauchslage 1 Person neu mit symmetrischer Lastaufteilung (H längs 1.63 statt 1.53 kN) und korrekter lichter Höhe ab Knüpfebene 208 cm (186 statt 181 cm). Höhenbezug auf OK Podest vereinheitlicht (OK Deckplatte 200): Geländerseil in Feldmitte 90 statt ~95 cm über OK Rahmen; Kabinendach +12 statt +17 cm über Deckplatte (B5) — vor Ort nachmessen. Verbindungsmittel vereinfacht: zwei Schrauben je Ecke (S1 senkrecht, S2 8×180 um 30° geneigt, Kopf 4 cm hinter der Kante, damit sie die Blattfuge kreuzt und das Blatt des Längsbalkens durchläuft; Köpfe bündig, nicht versenkt) und zwei zusätzliche je Querbalken statt drei je Ecke und alle 50 cm; Ringdruck formschlüssig über die Blattschultern; Abhebekraft aus dem Kippmoment des Längsbalkens hergeleitet; neuer Nachweis Verschieben des Rahmens; geometrische Prüfung der Schraubenlage im Rechenkern. Augplatten (Decksplatten) neu verteilt: Reihen beginnen in den Ecken mit zwei Platten je Ecke (eine je Balkenseite, Randseil in zwei Mal 45° umgelenkt), Mindestabstand 30 cm am Netzrand und 60 cm am Geländer: 50 statt 67 Platten. Stahlsäule als doppelter H-Träger; Geländer-Deckenvariante mit vertikalen Randseilen an den Netzenden.
2.102.09.2026Anhang B neu als Prüfsummen-Tabelle (Datei, Zeilen, SHA-256); der vollständige Quelltext — Datenquelle, Geometrie, Rechenkern, Raster, Tests — erscheint als separater Anhang B (eigenes PDF und Webseite /quelltext/) mit Syntaxhervorhebung und Zeilennummern. Das Dossier-PDF wird dadurch sechs Seiten kürzer. Inhaltlich unverändert.
3.002.09.2026Holz-Bemessungswerte korrigiert (Hinweis der prüfenden Fachperson): Nutzlasten durch Personen zählen nach EC5 als mittlere Einwirkungsdauer, k_mod = 0.8 statt 0.9 (kurz), Nutzungsklasse 1/2 (im Gebäude). f_m,d damit 14.8 statt 16.6 N/mm²; Ausnutzung des Längsbalkens 86 statt 76 % (Varianten Knüpfmass 0/5/10 cm: 86/85/84 %) — Nachweis erfüllt, aber neu im gelben Bereich (80–100 %, kleine Reserve). Auflagerpressung (7 statt 6 %) und Blattschulter (unter 5 %) bleiben unkritisch; alle übrigen Nachweise unverändert. Ampel-Schwellen (gelb ab 80 %, rot ab 100 %) neu als Daten in projekt.toml, Legende unter der Nachweistabelle; die Aussage «alle Nachweise erfüllt» gilt bis 100 % Ausnutzung, nicht nur bei Grün. Schraube S2 auf Hinweis des Schreiners weiter nach vorne: Kopf 3.2 statt 4 cm hinter der Frontkante (= 4d Randabstand, näher geht nicht); sie kreuzt die Blattfuge bei z = 6.7 statt 7.5 cm und tritt bei z = 10.1 statt 10.9 cm in die Deckplatte ein — mehr Reserve, damit sie bei 30° sicher im unteren Blatt des Längsbalkens bleibt. Länge, Neigung und Spitzenlage unverändert.

Hauptversion steigt bei Änderungen an Lasten, Geometrie, Nachweisen oder Bedingungen (neue Prüfung nötig). Nebenversion bei redaktionellen Klarstellungen.

Statik-Dossier «Hochsitz mit Netz» · Version 3.0 · 02.09.2026 · Zur Prüfung· Build adba937 vom 02.09.2026 · Erstellt vom Projektteam (YOLU) mit Unterstützung von Claude.